Rückblick “Große Welt-Raum-Weg-Tour 2026”
Vom 31. August bis 06. September 2026 führte uns der Große Welt-Raum-Weg wieder durch das Tote Gebirge. Wie schon 2025 führten Viktoria und ich diesmal eine reine Frauengruppe von Bad Ischl nach Hinterstoder.
9 Frauen auf Wanderschaft

Das Debut…
Alle brachten Kondition, Offenheit, Neugierde und gute Laune mit – der Wetterbericht prophezeite einen gewittrig-regnerischen ersten Tag, so entschieden wir uns den weniger spannenden Weg auf der Forststraße zur Rettenbachalm mit dem Wandertaxi zurückzulegen. Ab dort hieß es dann aber: Beinarbeit! Über einen wunderschönen und auch anstrengenden Naturweg wanderten wir hinauf zur Ischler Hütte.

In der gemütlichen Hütte sitzend hat uns der aufkommende Regen und das kleine Gewitter nicht gestört. Die Voraussage für den nächsten Morgen war allerdings bedeckter Himmel – so entschieden wir uns für etwas länger schlafen, statt Sonnenaufgang.
Tag 2 – Ausschlafen schlägt “Sonnenaufgang”
Der Blick aus dem Hüttenfenster am frühen Morgen bestätigte, dass die Wettervorhersage recht behalten hat – Sonnenaufgangs-Romantik wäre uns versagt geblieben. So waren wir froh am Vorabend die demokratische Entscheidung getroffen zu haben lieber gemütlich auszuschlafen!
Gut genährt und mit so manchem Blasenpflaster verarztet machten wir uns schließlich auf den Pfad über die Alm und konnten den Sonnenaufgangsplatz dann doch auch schon mit Vormittagssonne und einem interessanten Audioimpuls genießen.
Nach dem kurzen Abstieg zum Hochkogelhaus und einer ersten Mittagsstärkung nutzten einige von uns die freien Nachmittagsstunden für eine kurze, feine Wanderung direkt auf den Hochkogel. Ein schnelles – und unser einziges – Gipfelfoto für die Mädels-Gruppe musste natürlich sein!

Zwei besonders motivierte Wanderkolleginnen gingen sogar ein zweites Mal rauf um eine vergessene Jacke zu evakuieren.
Den restlichen Nachmittag ließen wir entspannt ausklingen und genossen die Hüttengemütlichkeit und den ein oder anderen Zirbenschnaps, um Kraft für den nächsten Tag zu tanken.
Die Königsetappe – Schweiß, Karst und ein See
Neun Stunden Gehzeit standen auf dem Programm. Neun Stunden! Heute verließen wir die grünen Wiesen und tauchten tief in den karstigen, felsigen Teil des Toten Gebirges ein. Es war lang, heiß und anstrengend, aber wir hatten ein klares und erfrischendes Ziel vor Augen: den Wildensee.
Als wir den glitzernden See erreichten, gab es kein Halten mehr. Ein mutiger Sprung ins eiskalte Nass hat die Lebensgeister von uns neun Mädels sofort wiedererweckt!
Die letzten paar Meter zum Albert Appelhaus liefen danach wie von selbst – oder so ähnlich 😉

Tag 4 – Postkartenidylle zur Erholung
Nach den Anstrengungen des Vortrags war dieser Tag eine wunderbare Entschädigung. Der Weg führte uns durch den grünsten und sanftesten Abschnitt des Toten Gebirges – mit deutlich weniger Höhenmetern und ohne anspruchsvollere Passagen.
Da es an diesem Tag eher windig war, ließen wir den Elmsee diesmal links liegen und wanderten direkt zur entzückenden Pühringerhütte.
Unsere beiden Vorläuferinnen Meli und Alexandra waren schon angekommen und hatten zur Begrüßung eine Runde Zirbenschnaps organisiert, die bereitstand, als der Rest von uns eintraf.
Die überaus nette Hüttenbelegschaft stellte uns für das Abendessen einen eigenen beheizten Raum zur Verfügung. Dort verbrachten wir einen besonders gemütlichen Abend mit Plaudern und Singen.
Die Faszination der Steinwüste
Der fünfte Tag führte uns in eine völlig andere Welt: die Steinwüste des Toten Gebirges. Es ist der einsamste und kargste Teil der Wanderung, der uns durch seine raue, monotone Schönheit einfach nur staunen ließ.
Auf dem für die ein und andere doch eher zähen Abstieg durch die Klinser Schlucht gelangten wir schließlich zu unserer letzten Unterkunft, dem Prielschutzhaus.
Dort erwartete uns eine besondere Überraschung: Verena, eine Teilnehmerin vom Vorjahr, wartete bereits auf uns, begrüßte und gratulierte uns zur beinahe bestandenen Durchquerung des Toten Gebirges. Bei einer Traumaussicht auf die Spitzmauer und den Großen Priel ließen wir die Erlebnisse der Woche Revue passieren.
Der Weg zurück ins Tal – Das Finale der Gefährtinnen
Nach dem Frühstück traten wir den Abstieg nach Hinterstoder an. Da es nun doch auch einmal regnete konnten wir auch unsere Regenausrüstung einmal nützen.
Zum Abschluss erreichten wir den Schiederweiher und von dort ging es langsam aber sicher wieder in die Zivilisation von Hinterstoder.

55 Kilometer und rund 3.000 Höhenmeter liegen hinter uns. Der Große Welt-Raum-Weg hat gehalten, was sein Name verspricht: Er hat uns Raum gegeben. Raum zum Atmen, Raum zum Schweigen, zum Lachen und zum einfach Sein. Als reine Frauengruppe haben wir einander getragen, Blasen versorgt, die Ruhe geteilt und konnten spüren wie viel Kraft in der Gemeinschaft liegt.
Das Tote Gebirge hat uns reich beschenkt – mit Momenten, die noch lange in uns nachwirken werden.
Möchtest du mehr über den Weg selbst oder das Audio-Projekt lesen, dann lies gerne den Nachbericht unserer “Erstbegehung 2025”.
Der nächste geführte Termin findet vom 29. August – 3. September 2027 statt – wieder von mir und Viktoria gemeinsam geführt.
Alle Infos & Anmeldung
silvi@walkability.at
veinwandern@gmail.com




